Interessanter Hintergrund

Geschichte und Philosophie der Traditionellen chinesischen Medizin TCM

Die traditionelle chinesische Medizin TCM hat ihren Ursprung vor tausenden Jahren.

Archäologen fanden Akupunkturnadeln aus Bambus, Fischgräten und Knochenspitzen, die aus der Steinzeit (8000- 3000 v.Chr.) stammen. Auch bei der Gleschermumie Ötzi wurden Kohleimplantate an Akupunkturpunkten gefunden. Aus der Shang Dynastie ( 1766- 1066 v.Chr.) liegen erste Aufzeichnungen über chinesische Veterinärakupunktur vor.
Zu dieser Zeit lebte im Königreich Qin der Reitergeneral Sunyang, der Pferde mit Akupunktur und Moxibustion behandelte.

365 v.Chr. schrieb Huang Di Nei Ying das älteste Lehrbuch der Akupunktur, den Klassiker des gelben Kaisers über Meridiane.
In den Sui- (589- 618 n.Chr.) und Tang- (618- 907 n.Chr.)- Dynastien wurden in China erste Veterinärschulen gegründet und Bücher über die Behandlung von Haustieren verfasst.
Während der Ming- Dynastie (1368- 1644 n.Chr.) schrieben Yu Pen-Yuan und Yu Pen- Heng ein Buch zur Pferdebehandlung, die Basis der modernen chinesischen Veterinärakupunktur. Die beiden Brüder beschrieben schon die Pulsdiagnose, die Diagnose schmerzhafter Punkte an den Extremitäten und die ersten Akupunkturmeridiane beim Pferd.

1683 wandte Dr.E. Kampfer erstmals Akupunktur in Deutschland an.
In Lyon wurde 1761 die erste Veterinärschule in Europa gegründet.
1969 gab es erste Untersuchungen zur Akupunkturanästhesie für Pferd und Esel.
1974 wurde die IVAS (International Veterinary Acupuncture Society ) gegründet.
Unter dem Dach der IVAS sind weltweit zahlreiche Veterinärakupunkturgesellschaften, in Deutschland die GERVAS, organisiert. Ziel ist es alle Mitglieder durch Kurse, Prüfungen und Kongresse auf den aktuellsten Stand der Veterinärakupunktur zu halten, den Wissensaustausch unter den Mitgliedern zu fördern und so einen hohen Standard der Akupunkurbehandlungen zu sichern.
Die TCM betrachtet das Leben im Gleichklang mit der Natur.
Alles ist in Bewegung. Alles ist in Harmonie. Alles ist im Gleichgewicht.
Yin und Yang stehen symbolisch für dieses Gleichgewicht.

Zwei gegensätzliche Elemente, die einander bedingen. Ohne Yin kein Yang. Yin ist das Gegenteil von Yang. Yin ist die Substanz, Yang ist die Energie. Yin ist durch die schwarze Hälfte des Tai Ji-Symbols repräsentiert. Yin bewegt sich abwärts, Yin werden die Eigenschaften von Wasser und damit von Kälte und Feuchtigkeit zugeschrieben.
Yang ist die weiße Hälfte des Tai Ji-Symbols. Yang bewegt sich aufwärts und symbolisiert Bewegung, Kraft und Energie.
In einem gesunden Körper agieren Yin und Yang im Gleichgewicht, sie unterliegen einem zyklischen Verlauf.

Qi ist das dritte Element, die Kraft des Lebens selbst, die Lebensenergie.
Qi durchfließt unaufhörlich den Körper in den Meridianen (Energiebahnen), wo sie an den Akupunkturpunkten beeinflussbar ist.
Qi ist die Triebkraft aller Körperfunktionen. Kommt es zu Störungen im Qi-Fluss, geraten die Körperfunktionen in Disharmonie und Krankheiten können entstehen.

Zu den Grundtheorien der TCM gehören die Fünf-Elemente und die Acht-Prinzipien.
Bei den Fünf-Elementen handelt es sich um Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz.
Ihnen werden verschiedene Eigenschaften zugeordnet (Entsprechungssystem). Sie dienen u.a. der Typeinteilung.

Die Fünf-Elemente stehen über Wandlungsphasen miteinander in Verbindung. Diese Wandlungsphasen können benutzt werden, um das Zusammenspiel der Organe und das Entstehen von Krankheiten zu erklären. Ebenso können auf Grund der Fünf-Elemente-Theorie Akupunkturpunkte ausgewählt und ein Therapiekonzept erstellt werden.
Mit der Acht-Prinzipien-Theorie können Krankheiten kategorisiert werden.

Hierzu werden Symptome nach folgenden Eigenschaften eingeordnet: Yin/Yang, Innen/Außen, Kälte/Hitze, Mangel/Fülle.
Es ist das häufigst gebrauchte Modell, um klinische Manifestationen zu beschreiben.

Es dient der Beantwortung der Fragen:
Wo liegt der krankmachende Faktor?
Was sind die Eigenschaften des krankmachenden Faktors?
Wie stark ist der krankmachende Faktor?
Wie stark ist der der Krankheit entgegenwirkende Faktor?

Ziel der TCM ist es, einem aus der Balance geratenen Körper seine Harmonie zurückzugeben und ihn gesund zu erhalten.

Westliche und chinesische Medizin im Vergleich

Westliche und chinesische Medizin unterscheiden sich stark in ihren Vorstellungen und Konzepten.
Unter der westlichen Medizin wird die konventionelle und wissenschaftliche Medizin verstanden, die seit etwa 200 Jahren praktiziert wird und die Trennung von Körper und Geist betont. Hier erkennt der Arzt oder Tierarzt eine körperliche Störung oder eine Erkrankung und heilt den beschädigten Teil des Körpers zumeist mit standardisierten Therapien.

Währen die Traditionelle chinesische Medizin TCM, wie sie seit tausenden Jahren in den asiatischen Ländern angewandt wird, als komplementäre und alternative Medizin bezeichnet wird, die Organismen als untrennbar mit ihrer Umgebung und Umwelt verbunden betrachtet und versucht den Patienten und seine Erkrankung in ihrer Beziehung zueinander zu sehen. Sie unterstützt den Körper, mit Hilfe einer auf den Patienten ganz individuell abgestimmten Therapie, sein Gleichgewicht wiederzufinden und so in einen harmonischen Zustand zurückzukehren.